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Entstehung des Epstein Barr Virus

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) wurde zum ersten Mal durch den deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer (1846 bis 1921) beschrieben, der sie aufgrund ihrer beiden Hauptsymptome – Lymphknotenschwellungen und Fieber – als „Drüsenfieber“ definierte. Heute ist bekannt, dass es sich dabei um eine Viruserkrankung handelt, die durch das Epstein Barr Virus hervorgerufen wird. Der Erreger wurde 1964 durch die britischen Virologen Michael Epstein und Yvonne M. Barr aus den B-Lymphozyten eines afrikanischen Patienten isoliert, der an dem sehr seltenen Burkitt-Lymphom erkrankt war.

Epstein Barr Virus – humanes Herpesvirus mit hohem infektiösen Potential

Das Epstein Barr Virus zählt zu den humanen Herpesviren (HHV4) und wird durch Speichel sowie durch Kontakt- und Tröpfcheninfektionen übertragen. Die Ansteckung erfolgt vor allem auf oralem Wege, was der Erkrankung vor allem im englischen Sprachraum auch den Namen „Kusskrankheit“ (kissing desease) eingetragen hat. Auch eine Übertragung durch den Sexualkontakt ist möglich. Die Krankheit ist ausgesprochen weit verbreitet und trifft vor allem junge Menschen. Epidemiologen schätzen, dass sich bis zu 95 Prozent aller Europäer im Alter unter 30 Jahren mit dem Epstein Barr Virus infizieren, jedoch nicht zwangsläufig auch die Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers zeigen. Die Inkubationszeit variiert bei Erwachsenen zwischen zehn und 50 Tagen, bei Kindern bricht die Erkrankung meist nach einer bis drei Wochen aus. Nach Abklingen der Beschwerden kann das Epstein Barr Virus durch den Erkrankten noch mehrere Wochen übertragen werden. Das Epstein Barr Virus verbleibt wie alle Herpesviren lebenslang im Organismus und kann zu einem weitaus späteren Zeitpunkt reaktiviert und dann wieder aktiv übertragen werden.

Erkrankung des lymphatischen Systems mit unspezifischen Symptomen

Trotz der weiten Verbreitung der Erkrankung gestaltet sich aufgrund der unspezifischen Symptome eine sichere Diagnose der Virusinfektion oft nicht ganz einfach. Anfangs fühlen sich die Betroffenen erschöpft und abgeschlagen, später kommen in der Regel Fieber sowie die erkrankungstypischen Lymphknotenschwellungen an Hals und Brust sowie im Bauchbereich hinzu. Ein weiteres häufiges Symptom ist eine Vergrößerung der Milz, die sich bei über der Hälfte der mit dem Epstein Barr Virus infizierten Patienten zeigen. Sie erreichen ihren Höhepunkt meist gegen Ende des Krankheitsprozesses, bei einem normalen Verlauf der Infektion also in der zweiten bis dritten Krankheitswoche. Bis zu 80 Prozent der Erkrankten bilden eine Monozyten-Angina aus, bei der sich die Rachenmandeln durch mit dem Epstein Barr Virus infizierte Lymphozyten entzünden. Die Mandeln sind in diesem Fall stark geschwollen, tiefrot und zeigen dicke grau-weißliche Beläge.
Eher seltene Symptome sind Leberschwellungen, Müdigkeit und Hautausschläge. Ein Sonderfall ist das Lyell-Syndrom („verbrühte Haut“), das sich entwickelt kann, wenn bakterielle Folgeerkrankungen der Infektion mit Antibiotika, vor allem den Präparaten Ampicillin oder Amoxicillin, behandelt werden.

Sichere Diagnose nur durch einen Bluttest

Sicher festgestellt werden kann die Infektion mit dem Epstein Barr Virus nur durch einen Bluttest, bei dem das Vorhandensein von spezifischen Antikörpern nachgewiesen wird. Gleichzeitig kann der Test Hinweise auf eine bereits länger bestehende latente Infektion mit dem Erreger geben. Weitere typische Indikatoren im Blutbild ist eine auffällige Erhöhung der Zahl der Leukozyten sowie deren Durchsetzung mit 60 bis 80 Prozent lymphoiden/mononukleären Zellen. Oft zeigt der Test auch erhöhte Leberwerte.

Bei unklaren Beschwerden, Schwäche, Müdigkeit und Fieber sollten Ärzte ihre Patienten grundsätzlich auch auf eine Infektion mit dem Epstein Barr Virus testen. Differentialdiagnostisch sollte in diesem Fall ebenso wie bei einem bereits diagnostizierten Pfeifferschen Drüsenfieber das Vorliegen anderer Infektionskrankheiten (z. B. Cytomegalie, HIV, Streptokokken-Infektionen) sowie maligner Tumore und Lymphome ausgeschlossen werden.

Therapie der Epstein-Barr-Virus-Infektion – durch alternative Heilverfahren

Für die Behandlung der Erkrankung stehen keine schulmedizinischen Methoden/Präparate zur Verfügung. Die Patienten sollten in der Fieberphase viel trinken, sich ruhig verhalten und, falls erforderlich, auch fiebersenkende Medikamente nehmen. In rund zehn Prozent der Fälle kommt eine bakterielle Infektion hinzu, die eine Behandlung mit Antibiotika erfordern kann – in diesem Fall ist wegen der Gefahr des Lyell-Syndroms unbedingt ärztliche Begleitung nötig.

Die Symptome der Erkrankung können oft wirksam durch pflanzliche Arzneien und vor allem durch homöopathische Medikamente behandelt werden. Bei chronischen Verläufen sind zur Entlastung von Leber, Milz und dem lymphatischen System ausleitende Präparate wichtig. Sehr wirksam sind bei einer Epstein-Barr-Virus-Infektion oft homöopathische Nosoden, beispielsweise Carcinosinum sowie eine spezielle Epstein-Barr-Nosode. Empfehlenswert sind außerdem Präparate zur allgemeinen und immunologischen Stärkung.

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